Willkommen auf meinem Blog

Nachdem sich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis herumgesprochen hat, dass ich nebenberuflich als Wechseljahresberaterin arbeite,
werde ich immer wieder um Tipps und Rat gefragt.
Dabei entstand die Idee zu diesem Blog, um so mein Wissen über das Thema Wechseljahre allen Interessierten anzubieten.
Wenn Sie Informationen und Inhalte haben, die zu diesem Blog gut passen, schreiben Sie mir ruhig, so dass wir es mit allen teilen können.

Kommentare und Austausch sind gern gesehen und erwünscht.

Mittwoch, 2. Februar 2022

Bioidentische Hormone - französiche Kohortenstudie zur Hormonersatztherapie

Natürliches Progesteron erhöht im Gegensatz zu synthetischen Gestagenen bei einer kombinierten Hormontherapie nicht das Brustkrebsrisiko. Dieses Ergebnis einer siebenjährigen Studie mit fast 70.000 Frauen ist nach Überzeugung von Professor Armin Heufelder, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für präventive Medizin in München, eine der wichtigsten Neuigkeiten vom Weltkongress der Internationalen Menopause-Gesellschaft in Buenos Aires.
Natürliches mikronisiertes Progesteron bewirkte auch bei längerfristiger Anwendung als einziges Gestagen kein gesteigertes Brustkrebsrisiko, wie die Leiterin der so genannten E3N*-Kohortenstudie, Frau Professor Francoise Clavel-Chapelon, ausführte. Damit erhärten sich die Daten aus einer fünfjährigen Beobachtungszeit, die im renommierten International Journal of Cancer bereits im Frühjahr publiziert wurden.
Die Untersuchung des französischen Nationalen Gesundheitsinsitutes umfasst 69.647 Frauen, die im Mittel 52,8 Jahre alt waren, als sie in die Studie aufgenommen wurden. Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 5,8 Jahren und einer Hormoneinnahme über 2,8 Jahre wurden 948 Fälle von Brustkrebs diagnostiziert. Das relative Risiko (RR) für Brustkrebs stieg unter der Hormontherapie generell auf 1,2, bei alleiniger Östrogengabe auf 1,1. Dabei spielt die Art des Gestagens eine wichtige Rolle: Das Risiko war am höchsten bei der Kombination mit synthetischen Gestagenen (RR 1,4). Für transdermal applizierte Östrogene in Verbindung mit natürlichem Progesteron dagegen lag das Brustkrebsrisiko nicht höher als das von Frauen, die keine Hormone zuführten (RR 0,9).
Vorteil für Progesteron verfestigt sich.
Dieser Unterschied zwischen synthetischen Gestagenen und natürlichem Progesteron verstärkte sich in den folgenden zwei Untersuchungsjahren: Das relative Risiko nahm bei einer kombinierten Therapie mit synthetischen Gestagenen noch weiter zu (RR 1,8). Im Gegensatz dazu blieb das Brustkrebsrisiko bei den Frauen unbeeinflusst, die transdermale Östrogene (Gel, Pflaster) in Verbindung mit mikronisiertem Progesteron (wie in Utrogest®) verwendeten (RR 1,0) - dies spricht für eine höhere Sicherheit bei dieser Therapieform, erklärt Heufelder. Wobei er nochmal betone- die Thrombosegefahr bezieht sich auf die konjugierten Östrogene (sie werden aus dem Urin trächtige Stuten gewonnen) und das Ethinylöstradiol der Pille.
Professor Heufelder arbeitet in einer Gemeinschaftspraxis in München

Link: https://www.medicine-and-more.com/autoren/prof-dr-med-armin-heufelder/

Mittwoch, 26. Januar 2022

Hormone und gesunde Fette – auf das Verhältnis kommt es an

Man kann Hormone nicht in "gut" oder "schlecht" für die Gesundheit einordnen, sondern nur in einem „ausgewogenen“ und „nicht ausgewogenen“ Verhältnis.

Hormone sind körpereigene Informationsübermittler, die sich als Partner im Auf- und Abbau gegenseitig regulieren.
So koordinieren und beeinflussen Hormone alle wichtigen Funktionen und Bereiche wie Stoffwechsel, Schlaf, Geschlecht, Monatszyklus, Haarwuchs, Hunger, Durst, Bio-Rhythmus, Antrieb, Blutdruck, Psyche, biologisches Alter, Leistungsfähigkeit, Körpertemperatur, Fortpflanzung, Wachstumsprozesse und vieles mehr.

Sogar die Fettverteilung am Körper wird durch Hormone reguliert. Frauen haben häufig eine "birnenförmige" Fettverteilung an Hüften, Gesäß und Oberschenkeln, während sich bei Männer überschüssige Körperfett vorwiegend im Bauchbereich ansammelt.

Leider können bereits geringste Änderungen im Hormonhaushalt heftige Körperreaktionen auslösen. Dies kann in Stresssituationen günstig sein, um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen (Adrenalinschub), aber auch höchst unerfreuliche und schmerzhafte Reaktionen auslösen.

Dies erleben wir auch, wenn wir über einen längeren Zeitraum ein zigfaches mehr an Omega-6 als an Omega-3 Fettsäuren zu uns führen.
Fehlt die Omega-3 Fettsäure, können verschiedene Gewebshormone, nicht oder nur unzureichend gebildet werden. Dies führt fast immer zu erheblichen Missempfindungen bis hin zu schweren Krankheiten.

Genetisch vorgegeben und daher optimal wäre ein Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis wie 2-3:1. Unsere aktuell massiv getreidebetonte Ernährung (Getreide-Einsatz auch als Mastfutter für Geflügel, Stalltiere & Zuchtfisch-Betriebe) hat dieses Verhältnis mittlerweile auf sage & schreibe 25:1 hochgetrieben, zugunsten von Omega-6-Fettsäuren.
Neben der Getreidemast verschärft die einseitige Verwendung von Omega-6 reichen Ölen das Problem.
Mit allen negativen und ungesunden Konsequenzen für uns Menschen.

Hier eine Übersicht der gängigen Speiseöle:



Omega 9
Omega 6
Omega 3
Omega 6 : Omega 3
Distelöl                         
11,4
73,9
0,5
148:1
Traubenkernöl                   
15,7
69,2
0,5
138:1
Sonnenblumenöl                  
21,9
61,0
0,5
122:1
Margarine, Linolsäure >50%      
14,3
41,1
0,5
82:1
Sesamöl                        
39,5
41,4
0,7
59:1
Maiskeimöl                       
24,8
54,3
1,0
54:1
Erdnußöl                        
46,8
25,8
0,8
32:1
Margarine, pflanzlich Linolsäure 30-50%
17,6
32,1
2,3
14:1
Olivenöl                         
70,0
8,6
0,8
11:1



Weizenkeimöl                    
16,6
54,2
7,1
8:1
Sojaöl                         
23,4
49,5
7,0
7:1
Walnußöl                        
15,2
57,3
10,1
6:1
Rapsöl                       
60,2
20,4
9,3
2:1
Hanföl
13,1
60,3
20,2
3:1
Leinöl                      
16,2
15,1
61,5
1:4



Und hier eine Liste mit positiven und negativen Auswirkungen von Omega 6 Fettsäuren


Ausgewogenes Omega-6-Verhältnis
Nicht ausgewogenes Omega-6-Verhältnis (zu viele)


Gut für eine optimale Blutgerinnung 
Die gebildeten Hormone sorgen für eine kurze Blutungszeit bei Wunden. Dies schützt den Körper vor Blutungen und Blutverlusten.
Es werden zuviel Hormone für die Blutgerinnung produziert
Die Blutplättchen kleben zusammen und verstopfen die Adern. Langfristig kann es zu Blutgerinnseln und Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen.


Kontrollierte Steigerung des Blutdrucks   
Kurzfristig wichtig für Höchst-leistungen und bei Stress.
Kann zu chronischem Bluthochdruck führen 
Blutgefäße altern schneller und  Spätfolgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, Nieren- und Augenveränderungen können die Folge sein.


Aktivierung der Immunzellen
 Im nötigen Rahmen wichtig, z.B. für die Abwehr von Infekten und Krankheitserregern
Ein daueraktiviertes Immunsystem führt zu chronischen Entzündungserscheinungen 
Schmerzhaft entzündliche Erkrankungen wie Rheuma, Arthritis, Multiple Sklerose, Allergien, Morbus Bechterew, Hautentzündungen, Ekzemen, Psoriasis werden gefördert.


Es wäre völlig falsch zu empfehlen, die Gesamtfettzufuhr drastisch zu reduzieren oder die Omega-6 Fettsäuren vollkommen zu meiden. 
Der Satz: "Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist!" den der Arzt Paracelsus vor ca. 450 Jahren formulierte, trifft den Kern des Problems.
Bei den Fettsäuren gelingt dies umso besser, wenn wir den Anteil der Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung erhöhen.
Sie sind die Spezialisten mit den besten Erfolgsaussichten, wenn es darum geht, die negativen Auswirkungen an Omega-6 Fettsäuren zu stoppen und die zu hohen Konzentrationen aus den Geweben zu verdrängen.





Sonntag, 5. Dezember 2021

Eine voll erblühte Rose

Frauen in den Wechseljahren sind mit der voll erblühten Rose des Spätsommers und Herbstes vergleichbar, die beginnt, sich in eine leuchtend rote, saftige Hagebutte zu verwandeln – der Teil der Rose, der die Samen enthält, aus denen potenziell hunderte von neuen Rosen wachsen können.

Verschiedene Studien zeigen dass es eine enge Verbindung zwischen Erwartungen und Gedanken einerseits und dem Erleben von Wechseljahrsbeschwerden anderseits gibt.

Wenn Sie glauben mit 50 Jahren zum alten Eisen zu gehören, werden sie die Signale der Wechseljahre viel stärker Wahrnehmen und negativer bewerten, als wenn Sie davon ausgehen, dass die Wechseljahre Wachstumsjahre sind, und Sie mit jedem Jahr an Reife, Humor und Lebenskompetenz gewinnen.

Hören Sie auf, über den Alterungsprozess in Klischees zu denken.
Bleiben Sie geistig aktiv und sozial eingebunden. Kurse, Freunde, neue Sportart, neue Karriere, Ehrenamt. Keine Routine. Hirnforscherin Marian Diamond: „Wenn es ums Gehirn geht, gibt es ein sehr einfaches Prinzip: "Use it, or lose it.“

Entwickeln Sie eine optimistische Lebenshaltung. Optimisten leben gesünder und länger.
Arbeiten Sie aktiv an Ihren Gedanken und an Verhaltensweisen, um solche persönlichen Züge – wie Feindseligkeit, pessimistische Gedanken und die Neigung, sich sozial zu isolieren – zu verändern, die bekanntermaßen mit verfrühten Tod und Behinderung einhergehen. Wenn nötig suchen sie Hilfe bei einen Therapeuten.

Entwickeln Sie einen gesunden Sinn für Humor und verleihen Sie ihn Ausdruck. Lachen sie. Sketsche, Komödien, Filme, egal...alles was ihnen gefällt.

Ernähren Sie sich gesund, und halten Sie sich fit.

Machen Sie aus Ihrem Herzen keine Mördergrube. Drücken Sie Ihre Gefühle ungehemmt aus, und heilen Sie damit ihr Leben. Viele Krankheiten sind auf unterdrückte Emotionen zurückzuführen.

Setzen Sie sich nie zur Ruhe. Finden Sie heraus, was Sie wirklich gerne tun würden, und Sie werden niemals auch nur einen Tag in Ihrem Leben arbeiten.

Es scheint so, als ob eine positive Einstellung und Neugier Frauen Gelassenheit geben und mit der Fähigkeit einhergehen, den Beschwerden nicht allzu viel Aufmerksamkeit zu schenken bzw. ihnen sogar etwas Positives abzugewinnen.

Sonntag, 31. Oktober 2021

Von körperlichen zur geistigen Mutterschaft


...oder, brave Frauen kommen in die Wechseljahre, böse kommen weiter!

Die Zeit der Wechseljahre ist tatsächlich eine wichtige Phase der geistigen Entwicklung, in der wir zusammenhänge erkennen und Probleme lösen, neue Sicherheiten finden, unsere Intuition und Hellsichtigkeit stärken, eine andere Ordnung schaffen können.

Es ist die Phase, in der Frauen – erstmals befreit von vielen äußeren und inneren Dingen – wirklich auf eine höhere Ebene zu sich selbst finden können.
Dabei hilft uns die Natur auf wunderbare weise.
In dem sie die Östrogenbildung drosselt.

Dieses Hormon ist nämlich unter anderem während der fruchtbaren Jahre dazu da, uns friedlich und anpassungsfähig – lammfromm und brav eben – zu halten. Entwicklungsgeschichtlich gesehen hat das seinen Sinn, denn es garantiert, dass Frauen bei der Kinderaufzucht bei der Stange bleiben.

Doch dass ist ja irgendwann nicht mehr nötig. Wenn sich der Hormoncocktail in den Wechseljahren dann allmählich wandelt und neu mischt, kommt die große Chance, dass sich Frauen nun sich selbst zuwenden können, beherzter, fordernder zu werden und im Leben noch etwas auf die Beine zu stellen.
Frauen können endlich die männlicheren und aktiveren Seiten ausleben, ohne ständig auf irgendetwas Rücksicht nehmen zu müssen.

Fragen die wir uns jetzt möglicherweise stellen:

Wer bin ich?
Was ist der Zweck meines Lebens?
Was habe ich von meinen Lebensplänen verwirklicht?
Was will ich? Was will ich noch erreichen?

Wovon will ich mich befreien, und warum soll ich mich noch verbiegen?

Die meisten Frauen erleben in diesen Jahre eine Phase, in der sie das Gefühl haben, nichts mehr aufnehmen zu können. Es ist die Zeit des großen Kehraus, das Leben muss aufgeräumt, entrümpelt, und der eigentliche Kern wieder herausgearbeitet werden.

Die Erscheinungen der hormonellen Umstellung können uns auch auf Umstände in unserem Leben hinweisen, die wir bei näheren Besehen ändern wollen.
Zum Beispiel anders mit den Kräften umgehen, sich für sich selbst Zeit nehmen, keinen Raubau mehr mit dem Körper zu treiben, Überflüssiges über Board zu werfen, sich nicht mehr um Äußerlichkeiten zu kümmern, für sich Selbst zu sorgen, sich Perspektiven zu schaffen, die Partnerschaft mit intensiveren Leben zu gestallten.

Es gilt die Lebensphase zu akzeptieren, Würde und Selbstachtung zu gewinnen, die es ermöglichen zur reifen Entscheidungen zu kommen.

Und wir bedienen uns selbstbewusst der Mittel, die es gibt, um Beeinträchtigungen zu lindern oder zu beseitigen. Aber wir bestimmen selbst was wir wollen, und wie wir das wollen.

Sonntag, 24. Oktober 2021

Psychosoziale Veränderungen in den Wechseljahren

Veränderungen im sozialen Umfeld, also häufig einschneidende, wenn nicht gar lebens-entscheidende Ereignisse in der "Mitte des Lebens" zwischen 45 und 55.

Nach und nach verlassen auch die jüngsten Kinder das Haus ("Leeres-Nest-Syndrom", englischer Fachausdruck: empty-nest-syndrom).
Entfremdung vom Partner, in letzter Zeit vielleicht sogar zunehmende Trennungs- und Scheidungsüberlegungen.
Beginnende Pflegebedürftigkeit der eigenen Eltern mit stress-intensiven, oft langfristigen Aufgaben, die - üblicherweise - in keiner Weise gewürdigt werden.
Oder der Tod der Eltern (eine Zäsur im Leben, die ebenfalls absehbar, für viele Frauen aber zumindest in Bezug auf einen der beiden Elternteile mit besonderer Bindung sehr schmerzvoll sein kann).
Verlust der Fruchtbarkeit.
Subjektive (objektiv ja meist gar nicht vorliegende bzw. beweisbare) Meinung, man habe an Attraktivität eingebüßt.
Rückgang der Libido (sexuelle Aktivität).
Umstrukturierung im Berufsleben (von der "reinen" Hausfrau oder Hausfrau-Halbtagsaufgabe ggf. zurück in die volle Berufstätigkeit, oder jetzt ausschließlich "zu Hause").
Zunehmende Gedanken an die "Endlichkeit der eigenen Existenz"
und anderes mehr.

Als psychosoziale Risikofaktoren für ernstere Beeinträchtigungen um das Klimakterium herum gelten Trennung, Scheidung, Verwitwung und überhaupt Einsamkeit, vor allem wenn sie während dieser ohnehin kritischen Phase zusätzlich belasten.
Auch scheinen Frauen mit geringerer Schulbildung (und damit ohne entsprechende Ausweich- oder Ausgleichmöglichkeiten) stärker gefährdet zu sein.

Im Gegensatz zu nicht wenigen asiatischen, afrikanischen und arabischen Kulturen wird der Frau in der westlichen Welt nur in jungen Jahren ein erstrebenswertes Image zugestanden. Während andernorts dem weiblichen Geschlecht in den Wechseljahren vorher nie gewährte Freiheiten eingeräumt werden und sich damit ihr sozialer Status erhöht (weshalb es beispielsweise Länder gibt, in denen perimenopausale Depressionen praktisch unbekannt sind), erwachsen Frauen in den westlich orientierten Ländern in dieser Phase ihres Lebens eher Schwierigkeiten im "sozialen Rollenspiel".

Denn die Krise vieler Frauen in den Wechseljahren basiert zuerst einmal darauf, dass das Bild einer 50-Jährigen für junge Leute nichts Anziehendes hat. Dies sonderbarerweise im Gegensatz zum Mann gleichen Alters, der sich hier sogar noch "in den besten Jahren" befinden soll. Da aber das werbepsychologisch aufgezwungene Ideal unserer Zeit die Jugend ist, die mit allen Mitteln verlängert werden muss, hat die Frau in der "Mitte ihres Lebens" einen schon psychologisch schweren Stand.

So ist die Menopause zwar überall biologisch verursacht und sicher auch in allen Kulturen nicht ohne körperliche Folgen. Doch die nicht unerheblichen seelischen und psychosozialen Konsequenzen häufen sich offenbar nur bei uns.

Sonntag, 10. Oktober 2021

Der Blick über den Zaun


Es gibt nur wenige Studien die verschiedene Kulturen vergleichen.
Diese aber zeigen dass die Frauen in andern Kulturen unter andern Beschwerden
leiden oder überhaupt nicht von den bei uns bekannten Wechseljahrsymptomen berichten.

In einigen Gegenden des ländlichen Griechenlands werden die Hitzewallungen als Versuch des Körpers wahrgenommen, sich von ungesunden dämpfen zu befreien. Hitzewallungen haben damit etwas reinigendes und gelten damit als etwas Positives.

In teilen von Thailand werden die Hitzewallungen als Zeichen dafür bewertet, dass eine Frau eine höhere Stufe des Lebens erreicht, da sie nun in eine spirituelle Lebensphase eintritt.
In vielen asiatischen Ländern sind Hitzewallungen sehr selten. Während in Europa etwa 40 bis 60 % der Frauen angeben, darunter zu leiden, sind es in einigen asiatischen Ländern gerade mal 10 %. Frauen gewinnen dort im höheren Lebensalter Respekt und Macht und sie müssen zudem nicht mehr die gesellschaftlichen Tabus beachten, die sich rund um die Regelblutung ranken.

Japanerinnen haben kein Wort für Hitzewallungen aber es ist nicht so dass WJ Beschwerden ihnen gänzlich unbekannt sind. Nur die Symptome sind anders: sie leiden häufiger unter steifen Schultern, einen Schweregefühl im Kopf und einem Klingeln in den Ohren. Am interessantesten ist die Bewertung der WJ. Das japanische Wort das unseren WJ am nächsten kommt lautet "Konenki". Konenki beschreibt eine Lebensphase des Älterwerdens, die von den frühen Vierzigern bis Ende der Fünfziger reichen kann. Das ausbleiben der Regelblutung ist Teil dieses Prozesses, aber genauso graues Haar und nachlassende Sehkraft. Es ist ganz einfach ein Teil des Alterungsprozesses und nichts vor dem man sich fürchten muss.

Ein gutes Buch dazu:
Regel-lose Frauen: Wechseljahre im Kulturvergleich von Godula Kosack und Ulrike Krasberg.
Aus ethnologischer Sicht beschreiben sie fesselnd die Lebenssituation von Frauen,
ihre Rolle in der Familie und in der Dorfgemeinschaft.
Dass Frauen in anderen Kulturen keine Wechseljahres-Beschwerden kennen, wird gern zitiert, doch selten ausführlich begründet.
In diesem Buch findet die Leserin Frauen portraitiert, die schwer arbeiten ohne zu jammern, deren Klimakterium eines ihrer geringsten Probleme ist.
Das macht auf jeden Fall eins: nachdenklich!

Sonntag, 3. Oktober 2021

Eine Reise in die Welt der Frauenpflanzen – die Naturheilkraft für sich entdecken

von Barbara Ziegler-Schneeberger - Impuls im Wechsel

Wechseljahresberaterin/Kursleiterin Wechseljahre GfG
Geburtsvorbereiterin GfG
Fachberaterin für Säuglings- und Kinderernährung

Meine Kollegin Barbara, die nebenbei auch noch Kräuterfrau ist, machte einen sehr interessanten Workshop über Frauenpflanzen, zu dem ich auch eingeladen war. Mit ihrer Erlaubnis, hier eine verkürzte Version, mit vielen wertvollen Tipps zum ausprobieren.

Das Pflanzenreich beschenkt uns seit Anbeginn der zeit mit Nahrung. Das werden und Vergehen im Wechsel der Jahreszeiten ist jedes Jahr aufs Neue ein besonders Erlebnis, wenn wir uns bewusst auf diesen Prozess einlassen.
Das erste Grün, die ersten Blüten sind ein Zeichen, dass alles in der Natur wieder zu neuem leben erwacht und ein neuer Jahreszyklus beginnt.
Und so schenkt uns die Natur jedes Jahr aufs Neue mit steigender Sonne eine Fülle an Heilkräuter. Den Frauenmantel, die Melisse, den Rotklee, die Ringelblume, um nur einige der ausgewählten Frauenpflanzen zu nennen……
Mit dem Uhrwissen weiblicher Kräuterheilkunde haben wir die Möglichkeit, das Hormon- und Drüsensystem und somit den gesamten Stoffwechsel auf natürliche Weise zu unterstützen.

Calendula – die Fröhliche
Die Ringelblume, sonnenhafte „Wunderheilerin“ und bekannteste Heilpflanze, die zur Wundheilung verwendet wird.
Rissige und spröde Hände
Zur Narbenpflege bei frischen Narben, heilen rascher und glatter ab
Heilt auch seelische Narben
Leberstärkend
Tipps:
Ø Getrocknet und gemahlen in Honig – seinen liebsten herzaubern
Ø Balsam für trockene Scheide
Ø Spülungen bei chron. Scheidenentzündungen
Ø Blüten in Salat beimischen
Ø Sammeln bei Sonne um die Mittagszeit – die ätherischen Öle am stärksten
Ø Für Tee kann man die ganze Pflanze nehmen

Melisse – Grünkraft contra Viren
Hildegard von Bingen: „Sie trägt die Heilkraft von mind. 15 Kräuter in sich.“
Ihre Krampflösende, beruhigende und entspannende Wirkung entfaltet die Melisse in Teemischungen und Bädern.
Zitronenmelisse – Frauenkraut – enthält ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, antiviral
Ø Stimmungsaufhellend
Ø Bäder, Sitzbäder

Frauenmantel – der vielseitige Schützer
Seine großen ausladenden Blätter erscheinen uns wie der Mantel einer Frau – eine Art Zauberpflanze, die die weibliche Ausstrahlung verbessert und das Frausein in allen Facetten unterstützt.
Eine Heilpflanze für die Seele – gleicht Stimmungsschwankungen vor der Regel und in den WJ aus.

Salbei – der Gesunde
„Wer aus Salbei baut – den Tod kaum schaut“
Die würzig duftenden Blüten der Pflanze diente in früheren Kulturen als Rauchopfer an den Heilgott Asklepios.
Bei Halsschmerzen und Entzündungen des Zahnfleisches als Gurgelmittel
Seine Schweißhemmende Wirkung ist hilfreich in den WJ, er beruhigt das Temperaturzentrum im Gehirn, und lindert zuverlässig Nachtschweiß

Rosmarin – der duftende Kluge
Sein duft betört nicht nur liebende, er stärkt das Gedächtnis und fördert die Konzentrationsfähigkeit.
Als Kreislauftonikum wissenschaftlich anerkannt
In vielen kosmetischen Produkten, wegen seiner belebenden und erfrischenden Wirkung

Lavendel – der Seelentröster
Wer kennt nicht die herrlichen, blauvioletten Lavendelfelder in der Provence? Der ihm ganz eigene Duft:
Erfrischt den Geist
Entspannt die Atmung
Hat große reinigende Heilkräfte
Die pflanze selber wird kaum von Parasiten befallen – daher eine Pflanze der Reinheit und Abgrenzung. Ein Bad am Abend bringt innerlich Entspannung und verhilft zu einer erholsamen Nachtruhe.
Tipps:
Ø Lavendelöl auf die Slipeinlage – verbeugend gegen Bakterien und Scheidenpilz
Ø In Joghurt rein, die Scheide damit ausstreichen

Rotklee – der Glücksbringer
Als vierblättriges Kleeblatt, Symbol der vier Himmelsrichtungen und Jahreszeiten.
Als heimischer Sojaersatz steigert er das allgemeine Wohlbefinden in den Wechseljahren:
Wirkt hormonausgleichend
Wirkt verjüngend auf die Haut, indem die Wasserspeicherkapazität der Haut erhöht wird.

Nachtkerze – die Kraftvolle
Auch Nachtschlüsselblume genannt, öffnet ihre Blätter erst am Abend, verströmt einen betörenden Duft, um die Nachtfalter anzulocken.
Die Samen sind reich an essentiellen Fettsäuren – hautregenerierende Omega Fettsäuren, diese verbessern die Durchblutung und harmonisieren die Hautfunktion. Die Nachtkerze tut der Haut von innen und Außen gut.
Wirkt hormonregulierend

Himbeerblätter – Östrogenhaltig – Tee oder Smoothies

Granatapfel – eine uralte Symbolpflanze der Fruchtbarkeit
In Querschnitt erinnert er an einen Eierstock mit unzähligen Eizellen.
reich an Vitamin C
enthält im Samenmantel Östrogene.
Pflanze für die ewige Jugend

Leinsamen – Leinöl
Östrogenausgleichend
Schmerzlindernd – Brei auf schmerzende Gelenke
Budwig Creme: 100 g Quark, 1 EL Leinöl, 1 EL frisch geschr. Leinsamen

Brenneselsamen – Stärkungsmittel, konzentrationsfordernd
Über Salat oder Butterbrot
Mischen mit Honig - lecker



Sonntag, 19. September 2021

Hormone und Histaminintoleranz

Es gibt Hinweise, dass weibliche Hormone mit der Produktion von Histamin assoziiert sind:
Die Beschwerden histaminintoleranter Patientinnen verbessern sich unter Einnahme
der Pille oder durch Anwendung eines Östrogenpflasters.
Die Gebärmutter ist histaminsensibel. Zwischen dem 3. und 9. Schwangerschaftsmonat
erhöht sich der Diaminooxidase-Spiegel um das 103-500fache, um die
Gebärmutter vor Histamin zu schützen. Viele histaminbedingte Symptome
(Heuschnupfen, Asthma) verschwinden während der Schwangerschaft.

Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) sind ein typisches Symptom der Histaminintoleranz.
Seekrankheit verstärkt sich während der Menstruation.
Histaminintoleranz tritt oft bei Frauen erst mit Beginn der Wechseljahre auf.
Frauen klagen wesentlich öfter über Kopfschmerzen als Männer.

Es gibt leider keine ernsthafte Untersuchungen die das belegen – aber es ist schon auffällig das diverse Allergien und Intoleranzen in/um die Wechseljahre sich zum ersten mal zeigen, oder verstärken. Nach dem ich mit mehreren Frauen, mit den gleichen Symptomen gesprochen habe, bin ich davon überzeugt dass es schon was mit dem Abfall der weiblichen Hormone in den Wechseljahren zu tun hat.
Die meisten klagen über rasende, nicht nachlassende Kopfschmerzen, die sich bis zu Migräne steigern, hauptsächlich nach Genuss von Rotwein!
Interessant wäre es zu beobachten in wie weit sich die Symptomatik bessert wenn man eine HET (Hormon-Ersatz-Therapie) macht. Ein Versuch wert scheint es mir schon. Natürlich mit körperidentischen Hormonen.


Sonntag, 12. September 2021

Nachtkerzenöl (Oenothera biennis)

 

Gut für: Hautkrankheiten, allergische Erkrankungen, Entzündungsneigung, Wechseljahrsbeschwerden

Beschreibung

Die Heimat der Nachtkerze liegt ursprünglich in Nordamerika, wo sie in der Prärie auf trockenen, steinigen Böden und Böschungen wächst. Die krautige zweijährige Staude wird ca. 1 m hoch und besitzt große, gelbe Blüten. Ihren Nahmen verdankt sie dem aufrechten Wuchs, der an eine Kerze erinnert und ihren Blütenkelchen, die sich erst am Abend öffnen und von Nachtfaltern befruchtet werden. Das Öl wird aus den reifen Samen der Samenkapseln gewonnen. Für nur ein Gramm Öl werden ca. 10.000 Samenkapseln benötigt.

Anwendungsgebiete / Aufgaben

Neben der Behebung von Mangelerscheinungen, die auf einen zu niedrigen gamma-Linolensäure-Gehalt schließen lassen, hat sich Nachtkerzenöl in der Naturheilkunde vor allem als ein gutes Therapeutikum bei Wechseljahrsbeschwerden und Hautkrankheiten erwiesen.
Bei hormonell bedingten Depressionen in den Wechseljahren und im Wochenbett, sowie bei Beschwerden vor der Periode kann Nachtkerzenöl zu neuer Vitalität und Lebensfreude verhelfen. Nachtkerzenöl unterstützt aber nicht nur in vielfältiger Weise Stoffwechsel-Vorgänge der Frau.
Ganz allgemein sind die Gewebshormone, die aus ihr gebildet werden, hilfreich um den Cholesterinspiegel und den Blutdruck zu senken und das Immunsystem zu unterstützen.
Hautkranken hilft Nachtkerzenöl, indem es den Teufelskreis zwischen Feuchtigkeitsverlust, Juckreiz und erhöhter Entzündungsneigung durchbricht.
Als Fettsäure hält die gamma-Linolensäure die Haut geschmeidig und schützt sie vor Feuchtigkeitsverlust, reduziert Entzündungen und allergische Immunreaktionen.

Tipp: Bei Hautkrankheiten ist es besonders wichtig, die Zellen von außen und innen mit der Nachtkerze zu versorgen.

Sonntag, 5. September 2021

Vitamin D

In letzter Zeit lese ich immer wieder Berichte über Vitamin-D, vor allem über Vitamin D-Mangel und die Folgen davon.
Habe hier ein paar Informationen zusammengetragen, die von 2 Autoren veröffentlicht wurden. Dr. med. Raimund von Helden, ein praktizierender Landarzt in Sauerland, und Dr. Nicolai Worm, Professor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, aus München.
Die Links dazu befinden sich weiter unten.

Vitamin-D-Mangel ist Ursache vieler Erkrankungen und weit verbreitet.

Die einzig relevante Quelle der Vitamin-D-Versorgung ist die Sonne.
Unser „Fortschritt“ im Lebensstil hat auch dazu geführt, dass wir vom natürlichen Tag-und-Nacht-Rhythmus zunehmend abkoppelt wurden. Die meiste Zeit verbringen wir in künstlich beleuchteten Innenräumen und, durch Beton und UVB-undurchlässiges Glas, abgeschirmt vom Licht der Sonne.
Schließlich wird den Menschen von undifferenzierten „Fachleuten“ ständig eingetrichtert, dass Sonnenlicht vor allem schädlich sei, und dass wir uns nur durch konsequente Nutzung von Sonnenschutz mit ganz hohem Lichtschutzfaktor vor fürchterlichen Konsequenzen retten könnten.

Die dramatische Konsequenz: Zumindest im Winterhalbjahr, also im Zeitraum von November bis April, sind auf unseren Breitengraden der Großteil der Bevölkerung von einem Mangel betroffen.

Was einem auch keiner sagt ist: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel ist nicht nur ein Risiko für die Knochengesundheit, sondern ist eine Mangelversorgung mit Vitamin D ein großer Risikofaktor für schwerwiegende, therapieintensive und langwierige Zivilisationskrankheiten.
Starker Mangel kann zu Krämpfen, Muskelzuckungen und Muskelschmerzen führen, zu Unruhe, Schlafstörungen und Depression, zu Erschöpfung, Schwäche, Rücken- und Kopfschmerzen, Kältegefühl in Händen und Füßen sowie Kreislauf- und Durchblutungsstörungen.

Bei all diesen Beschwerden ist oft eine schnelle Besserung und dauerhafte Heilung möglich. Durch hoch dosierte Vitamin-D Präparate. Entscheidend ist, dass gleich zu Beginn ein optimaler Vitamin-D Spiegel erreicht, und danach aufrechterhalten wird.

Bei verdacht auf Mangel sollte zu erst Vitamin-D-Wert ermittelt werden.

Den Vitamin-D-Status misst man über die Konzentration im Blut. Die Blutentnahme sollte am besten morgens nüchtern erfolgen.

Viele Labors geben bedauerlicherweise noch folgende Einteilung an:
normal: 20,0–60,0 ng/ml
leichter Mangel: 10,0–20,0 ng/mlschwerer Mangel: <10,0 ng/ml

Diese Einschätzungen gelten als überholt!

In den letzten Jahren haben unzählige wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass Werte von mindestens 30 ng/ml erreicht werden müssen, um diversen Gesundheitsrisiken zu entgehen.

Mehr Infos findet man unter folgenden Links:

http://www.vitamindelta.de/



Sonntag, 29. August 2021

Bioidentische Hormone

Nachdem bekannt wurde, dass künstliche Hormone zu Krebs und Schlaganfall führen können, breitete sich nach der Euphorie über Hormone als ewigem Jungbrunnen allgemeine Ratlosigkeit aus.

Mit Verbreitung der Studienergebnisse der Women‘s Health Initiative 2002, trat die Entwicklung risikoarmer Alternativen mit körperidentischen Hormonen in den Fokus.

Nicht die Hormon-Ersatztherapie an sich ist ein Problem. Sondern, dass fast ausschließlich mit künstlichen Hormonen behandelt wird, mit so genannten Designer-Hormonen. Da diese sich von den im Körper vorkommenden Hormonen erheblich unterscheiden, ihre biochemische Struktur anders ist, können sie auch nicht optimal in den Stoffwechsel integriert werden. Führt man dem Körper dagegen bioidentische Hormone zu, können diese sehr viel besser genutzt werden.

Langsam setzt sich das Wissen über diese, sehr gut wirksame, Hormonbalance Therapie durch. Ihr Geheimnis: Wirkstoffe der Yamswurzel. In der Yamswurzel ist Saponin Diosgenin enthalten. Diosgenin besitzt in seiner chemischen Struktur Ähnlichkeit mit Steroidhormonen wie z.B. dem körpereigenen Progesteron, und wird im Labor so aufbereitet, dass es in seiner chemischen Struktur völlig identisch mit dem körpereigenem Progesteron ist. Damit es von Körper aufgenommen wird, muss die Bioverfügbarkeit erhöht werden, das erreicht man durch die Mikronisierung.
Das mikronisierte Progesteron wird als Salbe, Creme, Gel oder Kapseln angeboten. Alle Formen sind in Deutschland verschreibungspflichtig.

Einer ihrer Pioniere war der amerikanische Arzt Dr. John R. Lee aus Kalifornien. Er therapierte über dreißig Jahre lang erfolgreich mit bioidentischen Hormonen, vor allem mit dem natürlichen Progesteron.

Mittlerweile gibt es auch bei uns immer mehr Ärzte die mit bioidentischen Hormonen behandeln. Meistens wird das Utrogest (Progesteron) als Kapsel, und das Gynokadin (Östrogen) als Gel verschrieben. Wenn Frau auch unter Scheidentrockenheit leidet, wird zudem noch eine Vaginalcreme mit dem Wirkstoff Estriol (ein relativ schwaches und kurz wirksames Östrogen) verschrieben, z.B. Oekolp oder Xapro Creme.

Die meisten Frauen kommen damit, nach dem sie die richtige Dosierung für sich gefunden haben, sehr gut zurecht.

Was leider fehlt, ist die sorgfältige Anamnese, ein fundiertes Wissen über die vielfältigen und komplizierten hormonellen Vorgänge in den Wechseljahren, um die Wirkung und die Dosis der Hormone, sowie erwartete Nebenwirkungen und Risiken, besser einschätzen zu können. Es werden immer noch keine Blutuntersuchungen gemacht, um einen eventuellen Mangel festzustellen, sondern die Frauen müssen durch ausprobieren ihre Dosis meist selbst rausfinden.
Wenn Frau auf ein Blutest besteht, muss sie es meistens selber bezahlen.

Auch wenn die Hormonbalance Therapie mit bioidentische Hormonen meist ohne Nebenwirkungen, und sehr wirksam ist, gehört sie in die Hände von erfahrenen Experten. Bitte nicht selber experimentieren.

Dr. Alexander Römmler (ehemals Hormonzentrum München) hat zu diesem Thema eine auch für Laien gut verständliche Publikation rausgebracht.

Sonntag, 22. August 2021

Haarausfall und Selenmangel


Selen (griechisch Mond, Mondschein) ist ein Halbedelmetall, ein sog. Spurenelement. Früher als giftig gehalten, weiß man heute dass Selen als Nahrungsbestandteil für Säugetiere lebensnotwendig ist. Inzwischen sind viele selenhaltige Eiweiße bekannt, die wichtige enzymatische Reaktionen im menschlichen Körper katalysieren. 
Sie sind beteiligt an:

· Synthese und Abbau von Schilddrüsenhormonen
· Reparatur und Schutz von Makromolekülen und Biomembranen
· Modulation von Entzündungsreaktionen
· Modulation des Immunsystems.

Deshalb wird Selen als „Multitalent“ im Stoffwechsel angesehen.
Europa gilt als Selen-Mangel-gebiet, da durch Überdüngung und sauren Regen, die Pflanzen Selen aus dem Boden nicht mehr in ausreichender Menge aufnehmen können. So beträgt die durchschnittliche Tageszufuhr von Selen in D bei Frauen 30µg/Tag, bei Männern 40 µg/Tag. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die tägliche Zufuhr bei gesunden beträgt 50-100 µg/Tag. Der Bedarf bei schweren Erkrankungen, Intensivtherapie, schweren Infektionen, großen Operationen, Während und nach Chemotherapie oder Bestrahlungen im Rahmen der Krebsbehandlung und in der Schwangerschaft liegt deutlich höher.
Selen findet sich in tierischen und pflanzlichen Produkten v.a. in Fisch, Fleisch, Innereien, Nüssen, v.a. in Kokos- und Paranüssen, Sesam und Getreide.
Bei Haarausfall oder trockener Haut, Symptome, die häufig in den Wechseljahren auftreten, finden sich recht häufig niedrige Selenspiegel, so dass sich hier eine Einnahme von Selen in Dosen von 50-100 µg/Tag für maximal 3 Monate anbietet. Bessern sich die Symptome, kann die Selengabe beendet werden.

Auszug aus Clio Nr. 75 – Die Zeitschrift für Frauengesundheit – Hrsg: FFGZ Berlin

Sonntag, 15. August 2021

Atemtherapie in den Wechseljahren

Die wenigsten Menschen sind sich bewusst, wie wichtig die Atmung für das körperliche, geistige und seelische Wohlbefinden ist. Gerade in den Wechseljahren, wenn unsere Hormone „verrückt spielen“ und wir nervös, reizbar, oder einfach „fertig“ sind kann eine kleine Atemübung zwischendurch sehr wohltuend sein.

Zwerchfell
Das Zwerchfell ist eine Muskelplatte, die die Brust- von der Bauchhöhle trennt. Es spannt sich zwischen den unteren Rippen, der Lendenwirbelsäule und den Brustbein und wölbt sich in Form einer Doppelkuppel weit in den Brustraum hinein.
Durch die auf- und ab Bewegung des Zwerchfells bei der Aus- und Einatmung drückt es auf die unter ihn liegenden Organe. Diese werden massiert, zur Arbeit angeregt, besser durchblutet und gereinigt.
Die Verdauung wird gefördert, und der Darmträgheit wird entgegengewirkt. Die Leber wird durch die Verschiebung des Zwerchfells bei der Einatmung nach untern verlagert und von Zwerchfell gepresst, das Blut wird herausgedrückt und leichter, es kann vermehrt zum Herzen fließen.
Gleichzeitig wird das Herz durch das sich senkende Zwerchfell mit nach unten gezogen und erscheint länger und schmäler.
Durch die Einatmung und Abwärtsbewegung des Zwerchfells erfolgt also eine Erweiterung und Entlastung des Herzens, aber auch eine Erweiterung des über ihm liegenden Lungenraumes, wodurch die Luft kräftiger und intensiver eingesaugt wird.
Beim Ausatmen treten alle Organe in ihre Ausgangsstellung zurück.





Tipp: So trainieren Sie Ihre Zwerchfellatmung

Stellen Sie sich aufrecht mit geschlossenen Füßen hin. Die Arme hängen locker herab.
Jetzt stellen Sie sich vor, dass Ihr Bauch ein Blasebalg sei, der die Luft durch die Luftröhre hinausbläst.
Atmen Sie ein und blähen den "Blasebalg" richtig auf.
Dann drücken Sie die Luft mit dem Blasebalg wieder aus der Lunge hinaus.
Legen Sie dabei die Hände auf den Bauch und spüren Sie seinem Heben und Senken während des Atmens nach.
Nach wenigen Minuten verspüren Sie eine tiefe Entspannung und Ihr Körper ist mit Sauerstoff aufgetankt.